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Kamelhaar

Überblick

Als Kamelhaar oder auch Kamelwolle werden die Haare des einhöckerigen Kamels (Dromedar) und des zweihöckerigen Kamels (Trampeltier) bezeichnet. Im Handel erhältliches Kamelhaar stammt jedoch fast ausschließlich vom Trampeltier, das einen dichteren Haarwuchs aufweist. Eine besonders gute Qualität weist die Rückenwolle des Kamels auf. Am wertvollsten ist das Haar der Kamele aus den Ländern mit rauem Klima. Kamelhaar ist sehr strapazierfähig und die Schuppenanordnung ist unregelmäßig. Die Querschnitte der Kamelhaare weisen aufgrund der unterschiedlichen Markkanalgrössen große Feinheitsunterschiede auf. Kamelgarn, welches aus Kamelhaaren gesponnen wird, besitzt fast keine Kräuselung. Das Garn glänzt wie Schafwolle, fühlt sich aber gröber als diese an. Wegen ihres hohen Preises sind Gewebe aus reinem Kamelhaar relativ selten. Deshalb werden Kamelhaare meistens mit Merino-Kammgarnen oder Baumwolle verwoben.

Elektronenmikroskopische Aufnahmen

Materialbeschrieb

Als Kamelhaar oder auch Kamelwolle werden die Haare des einhöckerigen Kamels (Dromedar) und des zweihöckerigen Kamels (Trampeltier) bezeichnet. Im Handel erhältliches Kamelhaar stammt jedoch fast ausschließlich vom Trampeltier, das einen dichteren Haarwuchs aufweist. Das Dromedar, welches in den Wüstenregionen Afrikas und Arabiens heimisch ist, liefert kürzere, hellere und gröbere Haare.

Kamelhaar ist sehr strapazierfähig und die Schuppenanordnung ist unregelmäßig. Weitere Eigenschaften sind die gute Zugfestigkeit und Filzbarkeit der Haare. Die Querschnitte der Kamelhaare weisen aufgrund der unterschiedlichen Markkanalgrössen große Feinheitsunterschiede auf. Die Faserquerschnitte sind oval bis fast kreisrund. Die Faserlänge des Flaumhaares beträgt 60100 mm und diejenige des Grannenhaares zwischen 5060 mm. Das Flaumhaar der Kamele ist sehr weich, glänzend, wärmt sehr gut und kommt in den Farben sandgelb, hell- und dunkelbraun bis schwarz vor.

Die hellbraunen bis rötlichen Flaumhaare werden oft mit Wolle gemischt zu Kamm- oder Streichgarnen mit Rau- oder Haareffekten weiterverarbeitet. Kamelgarn, welches aus Kamelhaaren gesponnen wird, besitzt fast keine Kräuselung. Das Garn glänzt wie Schafwolle, fühlt sich aber gröber als diese an. Wegen ihres hohen Preises sind Gewebe aus reinem Kamelhaar relativ selten, deshalb werden Kamelhaare meistens mit Merino-Kammgarnen oder Baumwolle verwoben. Dieser Vorgang erfolgt als Systemmischung, wobei Kette und Schuss aus verschiedenen Materialien sind.

Kamelwolle wird mit oder ohne Schafwolle versponnen und zu Schlafdecken und Schuhstoffen verarbeitet. Das Unterhaar hat speziell isolierende Eigenschaften und wird vor allem zu Mänteln und Decken verarbeitet. Die groben, steifen, langen, gelockten Grannenhaare dienen zur Herstellung von Filzen, Decken, Bändern und Treibriemen.

Hintergrund

Ökonomie:
Ca. 1 Mio. Tiere liefern jährlich ca. 34 Mio. kg Wolle.

Herstellung

Herkunft, geografische Region:
Asien, Afrika, Zentral- und Südamerika oder Australien

Gewinnung:
Da die Haare des Kamels im Frühjahr büschelweise ausfallen, erübrigt sich ein Scheren oder Rupfen.

Fertigung:
Weiße Babykamelhaare ergeben die beste Qualität, was sie besonders begehrenswert macht. Ausgewachsene Kamele liefern in einem Jahr bis zu 5kg Wolle. Die Tiere werden nicht geschoren, denn die Haare werden als Büschel gesammelt, wenn die Tiere nach der kalten Jahreszeit das Fell wechseln. Die Qualität der Kamelhaare ist je nach Körpergegend verschieden.

Eine besonders gute Qualität weist die Rückenwolle des Kamels auf. Am wertvollsten ist das Haar der Kamele aus den Ländern mit rauem Klima. Die steifen Grannenhaare, welche ebenfalls einen ununterbrochenen Markstrang besitzen, können nicht versponnen werden. Diese werden bereits im Erzeugerland von den Flaumhaaren durch Auskämmen getrennt. Die übriggebliebenen Grannenhaare werden in der Spinnerei mittels aufwendiger Prozedur auf dem Krempel entfernt.

Eigenschaften

Erscheinung
Farbe: Sandgelb, hell- und dunkelbraun bis schwarz
Haptik: warm, glänzend, weich

Bearbeitung

Schutz und Pflege:
Die chemische Reinigung von Kamelhaarprodukten ist der mühsamen Handwäsche vorzuziehen.

Anwendung

Anwendungsgebiete:
Kamm- und Streichgarne, Strickgarne, Bekleidungsindustrie, Heimtextilien, Grannenhaare: Filzindustrie, Einlagen

Anwendungsbeispiele:
Teppiche, Decken, Mantelstoffe, Gesundheitswäsche

Quellennachweis

S1-8 Materialarchiv, www.materialarchiv.ch/detail/86 (Online-Schaltung: 13.11.2013)

Quellen Standardwerke
Schenek, A. (2001): Naturfaser Lexikon, Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag, GmbH.
Neugebauer, K. Zimmermann, R. (2005): Textile Materialkunde. Zürich: ABC-Propaganda.
Hofer, A. (2000): Rohstoffe: Fasern, Garne und Effekte, Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag, GmbH.
Latzke, P. (1988): Textile Fasern. Rasterelektronenmikroskopie der Chemie- und Naturfasern, Frankfurt am Main: DLG-Verlag.
Wadischat, E. (2008): Expert Praxislexikon Textilkunde. Renningen: Expert Verlag GmbH.

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