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Alpaka, Lama, Vikunja und Guanako

Überblick

Die Alpaka-, Lama-, Vikunja- und Guanakohaare stammen von den vier gleichnamigen Lamaarten, beziehungsweise Schafkamelen ab, die in den Anden leben. Bis heute ist man nicht sicher, ob der Vorfahre von Alpakas und Lamas das Guanako ist, oder ob Alpaka vom Vikunja abstammt. Auch DNA-Analysen haben keine hundertprozentige Gewissheit gebracht, da die vier Lamaarten uneingeschränkt untereinander fruchtbar sind.

Alpakatiere (Lama pacos) werden nur zur Gewinnung von langen Haaren gezüchtet, wogegen das Lama nur als Transporttier gehalten wird. Alpakas sind etwas kleiner als Lamas und stellen wahrscheinlich eine vom Guanako abstammende Haustierform dar. Die Alpakafaser besitzt eine Feinheit von 24 bis 30 Mikron (tausendstel Millimeter), wobei sie eine Länge von bis zu 50 cm erreichen können. Der Lebensraum der Alpakas liegt auf bis zu 4000 m Höhe, wo die Tiere Temperaturen von bis zu -30 C ausgeliefert sind. Produkte aus diesem Material sind besonders weich, hautfreundlich und vergleichsweise weich. Bei den Inkas galt ein Alpaka-Mantel als Zeichen des Wohlstands.

Vikunja (Lama vicugna) ähnelt dem Guanako, wobei es jedoch kleiner und schlanker ist. Daneben besitzt es spezielle untere Schneidezähne. Dieses Tier kommt in den Hochlanden in einer Höhe zwischen 3500 und 5500 m vor und besitzt ein Flaumhaar von 12,5 Mikron. Die Wolle der Vikunjas gilt als eine der seltensten und teuersten der Welt. Die Vikunjawolle wurde schon von den Inkas verwendet. Bis 1965 ging die Zahl der lebenden Vikunjas auf rund 6000 Tiere zurück, woraufhin umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Heute hat sich deren Bestand wieder erholt. Vikunja ist international geschützt und das Flaumhaar ist nur mit speziellen Lizenzen handelbar.

Guanakos (Lama guanicoe) besitzen ein wolliges und dickes Fell mit Fasern die einen Durchmesser von 14 bis 15 Mikron besitzen. Die Oberseite des Fells besitzt einen hellbraunen und die Unterseite einen weißen Farbton. Man findet Guanakos in Höhen von bis zu 4000 m. In den letzten Jahrhunderten wurden die Guanakos wegen ihres schönen Fells gejagt. Heute gibt es noch etwa 500 000 Stück von dieser Art. Das entspricht noch rund einem Prozent des ursprünglichen Bestands. Für dieses vom Aussterben bedrohte Tier gibt es jedoch immer noch keinen internationalen Schutz.

Materialbeschrieb Alpakawolle

Als Alpakawolle werden die Unterhaare (Woll- und Flaumhaare), als Alpakahaare die gröberen Oberhaare (Stichel-, Deck - oder Grannenhaare) des Alpakas bezeichnet. Alpakas gehören wie Lamas, Vikunjas und Guanakos zur Familie der Kamele. Ebenso wie das Lama ist das Alpaka schon seit vor kolumbianischer Zeit ein wichtiges Haustier in den Andengebieten. Ihre Wolle kann alle 1 bis 2 Jahre geschoren werden.

Die Wolle des Alpakas ist nicht einfarbig und kann verschiedene Farbabstufungen von Weiß über Braun und Grau bis Schwarz aufweisen. Die Wolle ist seidig glatt und sehr weich. Die Feinheit der Alpakawolle liegt bei 2225 m, die Länge bei rund 75 mm.

Alpakawolle wird nach der Schur ungewaschen, gewaschen oder als Kammzug zum Export vorbereitet. Die Haare werden nach Farbe und Feinheit handverlesen. Das feinere Unterhaar wird zu Streich- und Kammgarnen weiterverarbeitet. Aus Alpakawolle werden Garne für Gewebe und Maschenware für die Damen-und Herrenoberbekleidung gefertigt.

Herstellung Alpakawolle

Herkunft, geografische Region:
Andenregionen

Gewinnung:
Im Unterschied zum Lama, das auch als Lasttier verwendet wird, dient die Haltung des Alpakas vorwiegend der Wollgewinnung. Die Herden leben halbwild in den Gebirgstälern der Anden bis auf eine Höhe von 4700 m ü. M. Die Schur wird nur alle ein bis zwei Jahre durchgeführt. Dazu werden die Tiere eingefangen. Sie werden nicht kahl geschoren wie Schafe, sondern man lässt ihnen noch einige Zentimeter Haare als Kälteschutz. Der Ertrag pro Tier bei zweijähriger Schur beträgt 34 kg. Im peruanischen Arequipa, dem Handelszentrum der Alpakawolle und Hauptverschiffungshafen, wird die Wolle entweder ungewaschen, gewaschen oder als Kammzug zum Export vorbereitet.

Eigenschaften Alpakawolle

Erscheinung
Farbe: mehrfarbig/polychrom
Haptik: warm, weich

Bearbeitung Alpakawolle

Lieferbare Materialqualitäten:
Besonders feine Wolle liefern die Suri-Alpakas. Es handelt sich dabei um eine hochgezüchtete Alpakaart, die allerdings für die Zucht aufgrund ihrer Unfruchtbarkeit ungeeignet sind.

Anwendung Alpakawolle

Anwendungsgebiete:
Mode, Heimtextilien

Anwendungsbeispiele:
Herren - und Damenoberbekleidung, Decken, Kissenbezüge

Materialbeschrieb Lamawolle

Als Lamawolle werden die Unterhaare (Woll- und Flaumhaare), als Lamahaare die gröberen Oberhaare (Stichel-, Deck- oder Grannenhaare) des Lamas bezeichnet. Lamas gehören wie Alpakas, Vikunjas und Guanakos zur Familie der Kamele. Ebenso wie das Lama ist das Alpaka schon seit vorkolumbianischer Zeit ein wichtiges Haustier in den Andengebieten. Ihre Wolle kann alle 1 bis 2 Jahre geschoren werden.

Die Wolle des Lamas ist nicht einfarbig und kann verschiedene Farbabstufungen von Weiß über Braun und Grau bis Schwarz aufweisen. Die Wolle ist seidig glatt und sehr weich. Die Feinheit der Lamawolle liegt bei 2225 m, die Länge bei rund 75 mm. Die Haare werden nach Farbe und Feinheit handverlesen. Das feinere Unterhaar wird zu Streich- und Kammgarnen weiter verarbeitet. Aus Lamawolle werden Garne für Gewebe und Maschenware für Damen- und Herrenoberbekleidung sowie Decken gefertigt.

Hintergrund Lamawolle

Ökonomie:
Da die Lamawolle nicht so fein ist wie diejenige der Alpakas, ist deren Handelsbedeutung geringer, obwohl die zehnfache Menge an Lamawolle gewonnen wird. Der Preis der Rohwolle richtet sich nach dem Anteil der in der Lamawolle enthaltenen Grannenhaare.

Herstellung Lamawolle

Herkunft, geografische Region:
Südamerika

Gewinnung:
Lamas kommen ausschließlich in Südamerika vor. Das männliche Lama dient vorwiegend als Lasttier. Die Herden leben halbwild in den Gebirgstälern der Anden bis auf einer Höhe von 4000 m. Die Schur wird nur alle 1 bis 2 Jahre durchgeführt. Dazu werden die Tiere eingefangen. Sie werden nicht kahl geschoren wie Schafe, sondern man lässt ihnen noch einige Zentimeter Haare als Kälteschutz stehen. Der Ertrag pro Tier bei zweijähriger Schur beträgt 23 kg.

Anwendung Lamawolle

Anwendungsgebiete:
Bekleidung, Decken, Füllfasern

Materialbeschrieb Vikunjawolle

Als Vikunjawolle werden die Unterhaare (Woll- und Flaumhaare), als Vikunjahaare die gröberen Oberhaare (Stichel-, Grannen- oder Deckhaare) des Vikunjas bezeichnet. Vikunjas gehören wie Guanakos zur Familie der Kamele. Die Vikunjas leben wild in Herden bis zu 20 Tiere auf den Hochebenen der Anden. Das extrem dichte und weiche Fell der Vikunjas, das sie vor der Kälte des Hochlandes schützt, ist seit jeher gefragt und wertvoll. Um die Wolle des Vikunjas zu scheren, muss das Tier eingefangen oder geschossen werden, was im 20. Jahrhundert zu einer drastischen Verminderung der Population geführt hat. 1968 wurden die Vikunjas daher zur gefährdeten Tierart erklärt. Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) wurde der Handel mit den Tieren nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt, Wolle durfte international nicht gehandelt werden. Nachdem sich der Bestand an freilebenden Vikanujas erholt hatte, wurde das Gesetz in den letzten Jahren wieder gelockert, so dass heute unter kontrollierten Bedingungen wieder mit Vikanjawolle gehandelt werden kann. Das Material ist in kleinen Mengen und für einen sehr hohen Preis zu bekommen.

Die Wolle der Vikunjas ist seidig glatt und sehr weich. Vikunjawolle hat eine Faserfeinheit von 1020 m und ist damit die feinste tierische Faser der Welt. Das feinere Unterhaar wird zu Streich- und Kammgarnen weiterverarbeitet. Die Länge des einzelnen Haares liegt zwischen 30 und 50 mm. Aus Vikunjawolle werden hochwertige Garne für Accessoires sowie für Damen- und Herrenoberbekleidung hergestellt.

Hintergrund Vikunjawolle

Geschichte:
Das Vikunja lebt in der Wildnis der Hochanden auf 4000 bis 5000 Meter über dem Meeresspiegel. Peru hat einen Bestand von rund 160"000 Vikunjas, aber eine kleinere Anzahl von Vikunjas kann auch in Nord-Chile, Bolivien und Argentinien gefunden werden. Traditionell wurden die Tiere behutsam in einer respektvollen Zeremonie geschoren, welche in Sagen und angestammten Traditionen verankert ist. Danach werden sie wieder in die Freiheit entlassen. In der Ära der Inkas war Kleidung aus Vikunja Fasern dem Adel vorbehalten.

Ökonomie:
In den 1960er Jahren befand sich das Vikunja jedoch am Rande des Aussterbens. Deshalb wurde unter der Aufsicht des CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) ein Rettungsprogramm durchgeführt, um die Spezies zu erhalten. Es zeigten sich rasche Erfolge, so dass seit den 1980er Jahren das Programm gelockert und der Handel mit Vikunjawolle wieder genehmigt wurde. Seit den 1990er Jahren sind Kleidungstücke aus dieser Luxusfaser wieder vereinzelt in exklusiven Boutiquen erhältlich.

Herstellung Vikunjawolle

Herkunft, geografische Region:
Andengebiete (Peru, Bolivien, Argentinien und Chile)

Fertigung:
Die Wolle der Vikunjas wächst deshalb so ungewöhnlich langsam und fein, weil die Tiere auf ihren Wanderungen durch die unwirtliche Hochebene der Anden, an die sie so gut angepasst sind langen, nur karge Gräser finden. Nur alle zwei Jahre kann ein Vikunja geschoren werden. Der durchschnittliche Ertrag pro Tier sind 200 Gramm Wolle, etwa die Hälfte davon spinnbar.

Anwendung Vikunjawolle

Anwendungsgebiete:
Mode

Anwendungsbeispiele:
Damen-und Herrenoberbekleidung

Quellennachweis

S1-8 Materialarchiv, www.materialarchiv.ch/detail/434 (Online-Schaltung: 13.11.2013)
S1-8 Materialarchiv, www.materialarchiv.ch/detail/435 (Online-Schaltung: 13.11.2013)
S1-8 Materialarchiv, www.materialarchiv.ch/detail/436 (Online-Schaltung: 13.11.2013)

Quellen Standardwerke
Hofer, A. (2000). Stoffe 1 Rohstoffe: Fasern, Garne und Effekte. Frankfurt am Main, Deutschland: Deutscher Fachverlag GmbH.
Schenek, A. (2000). Naturfaserlexikon. Frankfurt am Main, Deutschland: Deutscher Fachverlag GmbH.
Zahn, H., Wulfhorst, B., Külter, H., (1991). Faserstoff-Tabelle: Wolle (Schafwolle) Feine Tierhaare. Aachen, Deutschland: Sonderdruck.

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